Die Antwort auf Ihre Frage können Sie auf unterschiedlichem Weg finden:

1. Über die Funktion "Suchbegriff eingeben" rechts oben
3. Über die Stichwortliste "Kirchenrecht von A-Z"
4. Über die alphabetisch geordneten Rechtsgebiete in der Menüleiste links.

Ihre Ansprechpartner/in "Kirchenverfassung & Kirchenrecht"

Uta Henke
Blumenstraße 1-7
76133 Karlsruhe
Tel: 0721-9175-600
Fax: 0721-9175-25-600
 
Stellvertreter:
Kai Tröger-Methling
Blumenstraße 1-7
76133 Karlsruhe
Tel: 0721-9175-604
Fax: 0721-9175-25-604
    
Im Sekretariat:
N.N.    
Blumenstraße 1-7            
76133 Karlsruhe            
Tel: 0721-9175-601      
Fax: 0721-9175-25-601      
Mail:

Grundordnung & Bekenntnisschriften

Quelle: ekiba
Der Vorspruch der Grundordnung hält die wichtigsten Glaubensüberzeugungen und die Bekenntnisschriften, auf die sich die Landeskirche gründet, fest. Auf diese Bekenntnisgrundlagen verpflichten sich sowohl Pfarrerinnen und Pfarrer bei Ihrer Ordination als auch Ehrenamtliche bei der Einführung in ihren Dienst. So lautet die Verpflichtung der Ältesten auf das Ältestenamt

"Ich erkenne die in dem Vorspruch zur Grundordnung der Evangelischen Landeskirche in Baden festgestellten Bekenntnisgrundlagen an. Ich verpflichte mich, bei meinem Dienst in der Gemeindeleitung von diesen Grundlagen nicht abzuweichen, die Aufgaben der Kirchenältesten nach den Ordnungen der Landeskirche gewissenhaft wahrzunehmen und mit der Pfarrerin bzw. dem Pfarrer zusammenzuarbeiten. Ich bin willens, die an einen Kirchenältesten gestellten Erwartungen zu erfüllen. (Art. 19 Absatz 2 GO)."

 

Der Vorspruch nennt drei Maßstäbe für die Verkündigung und das kirchliche Handeln: Rechte Verkündigung ist zuerst und vor allem Bekenntnis zu Jesus Christus, dem Herrn und alleinigen Haupt der Christenheit (Vorspruch Abs. 1). Zweitens ist alleinige Quelle und Richtschnur für Glauben, Verkündigung und Leben der Kirche die Heilige Schrift (Vorspruch Abs. 2). Sie ist allen kirchlichen Überlieferungen, Bekenntnissen und Autoritäten übergeordnet. Und in dritter Linie wird Bezug genommen auf die Bekenntnisschriften. Sie sind darin verbindlich, dass sie zur rechten Auslegung der Heiligen Schrift anleiten. Sie zeigen, wie die Kirche in der Vergangenheit bei bestimmten Anlässen und Auseinandersetzungen die Botschaft von Jesus Christus verkündigt und ausgelegt hat. Die Grundordnung zählt verschiedene Schriften auf – angefangen bei den altkirchlichen Glaubensbekenntnissen, dem Apostolicum, Nicaenum und Athanasianum. Weiter werden genannt das Augsburger Bekenntnis, der Kleine und Große Katechismus Luthers sowie der Heidelberger Katechismus, jeweils in der Bindung an die Unionsurkunde von 1821. Schließlich wird die Barmer Theologische Erklärung von 1934 als schriftgemäße Bezeugung des Evangeliums gegenüber Irrlehren und Eingriffe totalitärer Gewalt erwähnt.

 

Die Ältesten, die diese Verpflichtung eingehen, reihen sich damit in die Tradition ihrer Kirche ein. Sie sollen wissen, dass schon viele Jahrhunderte vor ihnen Christen um das rechte Verständnis des Evangeliums gerungen haben, und dass ihre Kirche auf den Glaubensüberzeugungen dieser Christen gründet. Die Verpflichtung bedeutet dagegen nicht, dass ein Ältester die Aussagen der Schriften in allen Punkten uneingeschränkt teilen muss.

Niemand wird darauf festgelegt, einzelne Aussagen der Bekenntnisschriften als persönliche Glaubensüberzeugung zu übernehmen. Ein solcher Widerspruch ruft vielmehr dazu auf, die eigene Überzeugung durch das Lesen der Bibel zu überprüfen und den eigenen Glauben zu festigen.

 

In Art. 58 Abs. 2 und 3 GO wird festgelegt, dass sich die Gesetzgebung der Landeskirche in ihren Grundsätzen an der Heiligen Schrift nach dem Verständnis der im Vorspruch zur Grundordnung aufgeführten Bekenntnisschriften ausrichten und diese im Recht der Landeskirche zur Geltung bringen muss. Der Bekenntnisstand selbst kann nicht auf dem Wege der Gesetzgebung festgelegt werden. Er ist vielmehr Grund und Grenze der Gesetzgebung.